Rekonstruierte Holztore, neue Brücke am Oberhaupt und neue Bootssteganlage fertiggestellt
Die Grundinstandsetzung der historischen und denkmalgeschützten Mellingburger Schleuse schreitet weiter voran. Mit den rekonstruierten Holztoren am Ober- und Unterhaupt, der neuen Brücke am Oberhaupt sowie der neuen Bootssteganlage sind wesentliche Komponenten des Projekts fertiggestellt worden. Damit ist der letzte Meilenstein vor dem Abschluss der Arbeiten erreicht.
Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff und Frau Prof. Dr. Gabriele Gönnert vom Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) haben sich heute vor Ort ein Bild vom Stand der Arbeiten gemacht und Erläuterungen zum Projekt gegeben und eine Schautafel enthüllt.
Die Schleuse war lange vom Verfall bedroht. Das Bezirksamt hat deshalb den LSBG mit der Planung und Realisierung der Sanierung beauftragt. Bei den Arbeiten wurden sowohl die Belange des Denkmalschutzes als auch des Natur- und Gewässerschutzes sowie des Hochwasserschutzes berücksichtigt. Die denkmalgerechte Instandsetzung war ein sehr aufwendiger Prozess.
Wesentlicher Bestandteil der Sanierung war die denkmalgerechte Rekonstruktion der Holztore an Ober- und Unterhaupt. Die neuen Tore wurden aus hochwertigem Eichenholz gefertigt und so weit wie möglich mit den originalen Stahlbeschlägen ausgestattet. Für die Mauerwerksarbeiten kamen wieder Klinkersteine zum Einsatz, welche teilweise zugeschnitten werden mussten, da das historische Format nicht mehr lieferbar war. Am Oberhaupt konnten im November 2025 die rekonstruierten Holz-Stemmtore eingebaut werden. Außerdem wurden eine neue Brücke sowie ein aufwendiges Geländer errichtet. Am Unterhaupt wurden ebenfalls Holztore und eine neue Brücke installiert, ein gleichartiges Geländer folgt noch. Für den Freizeitsport wurden zwei Schwimmstege komplett erneuert. Deren Aufbauten sind so gestaltet, dass sie das Erscheinungsbild der denkmalgeschützten Anlage nicht stören.
Die Baukosten für die Sanierung betragen rund 3,2 Millionen Euro.
Nach Abschluss der Grundinstandsetzung sind weitere Maßnahmen zur ökologischen Durchgängigkeit des Gewässers geplant. Hergestellt wird ein Fischaufstieg wie am Wehr Poppenbütteler Schleuse, um die Durchgängigkeit für Fische zu gewährleisten.
Noch ausstehende Arbeiten betreffen einzelne Mauerwerkssanierungen, Betonarbeiten am Unterhaupt sowie den Einbau neuer Geländer an den Uferwänden. Der vollständige Abschluss der Grundinstandsetzung und das Ende der provisorischen Fußgängerführung über das Oberhaupt sind bis zum Jahresende vorgesehen. Die Fertigstellung des Geländers am Unterhaupt erfolgt voraussichtlich bis Ende Januar 2027.
Eine Schautafel am rekonstruierten Oberhaupt der ehemaligen Schleuse erläutert die Funktionsweise dieser ältesten noch bestehenden Alster-Schleusenanlage aus dem 16. Jahrhundert.
